Weshalb der Footballosten eine Aufbauliga braucht

In anderen Spielverbünden gibt es sie schon, Aufbauligen die jungen Teams dabei helfen sollen erste Spielerfahrungen und vor allem für die Motivation so wichtigen positiven Erlebnisse zu sammeln.
Zugegeben, schaute man vor wenigen Jahren auf die Landkarte so gab es wenige Standorte an denen Football gespielt wurde, eine Aufbauliga wäre völlig unmöglich gewesen.

Doch der American-Football-Boom der letzten Jahre hat daran etwas geändert. Zeit zum umdenken, zum neudenken.
Wirmachenfootball.de ist bestrebt die Entwicklung des Sports zu unterstützen, sei es nun mit professionellen Input für Spieler und Coachen, sei es nun praktisch oder theoretisch….oder in diesem Fall, mit Überlegungen die vor allem die Teilnahme am Spielbetrieb für neue Mannschaften nachhaltiger und erfolgreicher zu gestalten.

American Football ist ein Prozess, die ersten Jahre sind immer Lehrjahre, mitunter auch Charaktertests. Daran würde auch eine Aufbauliga nicht viel ändern. Doch elementar stellt sich die Frage, wie dieser Einstieg gestaltet werden kann.

Derzeit fangen alle Teams in der Landesliga an, eine Liga die sich in den letzten Jahren immer weiter aufgebläht und wohl auch perspektivisch in immer mehr Staffeln aufgeteilt werden müsste, bedenkt man das neben den Phantoms Freiberg und den MNRX II, die 2018 einsteigen wollen, auch in Elsterwerda und Suhl Perspektivteams entstehen.

Die Beobachtungen der letzten Jahre weist hierbei zwei Effekte auf, keiner davon ist wünschenswert oder gar zielführend. Durch die Aufteilung und die Eingliederung von neuen Teams wird massiv in einen Wettbewerb eingegriffen der eigentlich kaum noch einer ist.
Junge Teams werden in den Aufstiegsambitionen anderer Vereine zerrieben, die meisten Staffeln sind Zweiklassengesellschaften. Nicht die Siege oder Niederlagen geben hier den Ausschlag, sondern die Scores.
Das Leistungsniveau wird  auf mehrere Staffeln aufgeteilt und je nach geografischer Lage mit Rookies aufgefüllt. Den erfahreneren Teams wird die Möglichkeit genommen konstant auf einem Niveau spielen zu können und damit sich selbst besser zu entwickeln, den neuen Teams wird ein maßvoller sportlicher Einstieg erschwert. Dann entstehen auch solche Resultate wie 103:00. Muss sowas ein?

Wir sagen ganz eindeutig nein. Es sind in den letzten Jahren erfreulicherweise genug neue Teams entstanden um einer Neuausrichtung Rechnung tragen zu können. Die neuen Teams blieben erst einmal unter sich, können sich entwickeln, positive Erlebnisse sammeln und sollten diese sich bereit fühlen steigen sie in die Landesliga ein. Eine vermeintlich dauerhafte Übermacht von einem oder zwei Teams würde sicherlich nicht entstehen, da es wohl zu erwarten ist, das jedes Teams bestrebt ist sich gemäß des Leistungsstandes im Ligabetrieb messen zu lassen.

Die Freude am Sport ist nicht nur wichtig sondern in vielerlei Hinsicht auch standortssichernd. Was passiert mit den Teams, die es über Jahre nicht schaffen regelmäßig wenigstens zu scoren, mit Teams die gefühlt auf der Stelle treten, das Gefühl haben nicht mitspielen zu können sondern über einen längeren Zeitraum jedes Spiel nur als Schadensbegrenzung betrachten? Dort geht nicht nur Motivation verloren, sondern auch Rekrutierungspotenzial. Wie wirbt man für sich in solch einer Situation? Im schlimmsten Fall ist es der Anfang eines Abgesanges.

Eine Aufbauliga würde diesem Problem Abhilfe schaffen und für die Entwicklung des Sports in den neuen Bundesländern eine echte Bereicherung darstellen, da damit auch ein Werkzeug für Standortsicherung installiert werden würde, welches dem individuellen Entwicklungstempo eines jeden Teams gerecht werden würde. Die einen brauchen mehr, die anderen weniger Zeit bevor sie wahlweise diese Liga verlassen.

Machen wir uns nichts vor, Football kostet viel Geld. Das Heimteam zahlt die Refs, das Gastteam die Auswärtsfahrt meist mit einem Bus und dies für Spiele die oft keinem der beiden Protagonisten auf dem Feld sportlich irgendetwas bringen.

Ein Ende ist noch nicht in Sicht, wir sind freudig gespannt, was in Suhl und Elsterwerda jetzt in den nächsten Monaten und Jahren passiert, aber auch dieses Teams würde man einen Einstieg erleichtern. Eine Aufbauliga muss  auch nicht in Zement gegossen werden, daraus irgendwann eine 6te Liga zu machen, welche regulär am Aufstiegs – und Abstiegsprocedere teilnimmt ist ein denkbarer Weg für die Zukunft.

In Bewegung bleiben.

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